Tobias Oberdröfer
Acryl
Ich bin am 1.1.1963 in Baden-Württemberg geboren. Die Liebe hat mich 2014 in die Schweiz gebracht. Ich bin jetzt in Frührente. Zuvor war ich 20 Jahre lang Chauffeur im internationalen Fernverkehr.
Warum fängt man mit 60 Jahren an Kunst zu machen?
Diese Frage zu beantworten, fällt in meinem Fall leicht. Die Kunst hat mir das Leben gerettet. Sie hilft mir, meine Gedanken zu kanalisieren. Ich habe die Kunst in der Psychiatrischen Klinik in Kirchheim unter Teck kennengelernt. Ich war dort mit einem komplexen PTBS, Depressionen und Angstattacken 11 Wochen in Behandlung. Dabei lernte ich eine Kunsttherapeutin kennen, die mich aufforderte, es mit Kunst zu versuchen. Ich werde nie ihre ersten Worte vergessen: „Kunst ist einfach machen! Hier ist Farbe, Pinsel, Papier, Spachtel und jetzt anfangen!“. Das waren meine ersten Schritte im Kunstbereich.
Ich habe meinen Stil in der geometrischen Acrylmalerei gefunden. Ich liebe die klaren Formen, die aber auch ein gewisses Chaos ausdrücken können. Es ist ein wenig wie in meinem Kopf: Chaos, Nachdenken und der Wunsch nach einer gewissen
Regelmässigkeit. Des Weiteren versuche ich mich gerade an Skulpturen aus Schwemmholz und Naturstein. In meiner Kunst versuche ich meine Emotionen auszudrücken. Mein grösstes Glück ist es, beim Betrachter ebenfalls Gefühle zu
wecken.

