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Bruno Graf

Buntglas-Fensterbilder, Vitrail

Evilard, Schweiz

Hat nicht alles, was in einem Menschenleben je endete immer wieder einen neuen Anfang bewirkt? Lebensabschnitte, eben. Mit dem Ende meines gut 45 Jahre dauernden Berufsleben einerseits als Musiker, andererseits als Lehrer, war da zuerst jene lang ersehnte Ruhe mit leerer Agenda und jeder Menge zurückgestellter Projekte und Ideen.

 

Daraus wuchs meine Beschäftigung mit Buntglas. Ausschlaggebend ist mein Interesse an der architektonischen Kunst der Raum- und Formgestaltung beim Kirchenbau. Auf Reisen suche ich mit Vorliebe kirchliche Bauwerke auf. Das Zusammenspiel farbiger Kirchenfenster und Architektur beeindruckt mich. Das Aufleuchten der Farbenpracht künstlerisch wertvoller Kirchenfenster im Sonnenlicht vermag selbst bescheidene Räume zu verzaubern. Wie wunderbar ist es aber, wenn Raum, Licht und Farbe aufeinander eingehen. Die Kirchen im Jurabogen sind für mich wunderbare Schatzkammern!


Mein bildnerisches Gestalten mit Buntglas hat hier seine Inspirationsquelle. Als handwerkliche Technik bot sich mir «Fusion» an. Dabei dient Fensterglas als Träger für das Buntglas, welches ich zuschneide und als Bild zusammensetze. Die «Farbscherben» werden provisorisch auf dem Trägerglas fixiert und als fertige Bildkomposition im Glasofen bei hoher Temperatur verschmolzen. Dabei erhalten die Farben ihre Leuchtkraft. Je nachdem erfolgt danach noch eine Bearbeitung durch Glasmalerei. Das Glasbild spielt mit dem Sonnenlicht und kommt erst am Fenster zur vollen Geltung.


Thematisch schöpfe ich meine Buntglas-Fensterbilder aus dem Leben; Eindrückliches, Erlebtes, Gesehenes und Gedachtes. Das Nonverbale im bildnerischen Gestalten führt mich auf diese Weise von einer Bildidee zur nächsten. So können auch zusammengehörige Bildfolgen entstehen. Andere Bildfolgen sind dagegen bewusst aufgeteilt. Wenn sich Betrachtende von einem Bild angesprochen fühlen, dann finden sie sich wohl in einer ähnlichen Gefühlslage wieder wie ich bei der Idee zum selben Bild; da mag der Bildtitel trügen. Als Musiker sehe ich meine Glasbilder eher wie Musikstücke; vielleicht ein Lied, oder ein Tanz, eine Bagatelle, eine sinfonische Skizze oder Dichtung.


Die Teilnahme an der art eiss 2024 ist meine erste öffentliche Ausstellung.

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